Januar 17, 2009...9:55 pm

Music makes the world go round

Zu den Kommentaren

…wenig anregend wäre das Leben ohne Film, Musik, Literatur, etc. – nicht nur, dass es verdammt still wäre (ein erdrückendes Gefühl – i could hear the blood in my veins), uns würde auch ne menge Gesprächsstoff fehlen.

Nix zum Aufregen oder Begeistern: Keine Lieder die toll oder blöd gefunden werden können – vom Mitsingen ganz zu schweigen. Kein Hollywood-Streifen, der zwar von der Action her überzeugt, doch das gekonnt mit einer dürftigen Story wieder wettmacht. Auch keine Bücher, die einen nicht nur sieben Stunden Zugfahrt überstehen lassen, sondern gleichsam in die etwas peinliche Situation des Lautdurchsabteillachen bringen.

Kurz: Gäbe es keine Unterhaltung, würde unser Dasein ziemlich öde vor sich hinplätschern. Und dieses Logbuch würde nie geschrieben werden, denn hier soll es gerade um Songs, Kintopp, Kunst und Pop gehen.

Da es sich zumindest dem Namen nach, um eine Nachahmung handelt (obschon die Wahl ohne Kenntnis dieser Homepage auf eben jenen Titel fiel), wollen wir uns im ersten Post dem Phänomen der Coverversion widmen.

In der Natur der Sache liegt es wohl, dass Menschen Musikstücke nicht nur anhören, sondern auch mitsingen, gar nachsingen und auf eigene Art interpretieren. Einige sind wie die Urheber durchaus an öffentlicher Zuneigung interessiert und lassen die Neuvertonungen ebenso wie das Original auf Tonträger brutzeln. Manchmal ist das ein wahres Unglück: Denn so mancher Dummkopf, der gerade einmal das Mikro halten kann, ist lediglich dazu bestimmt mit seiner Quäcksstimme die Massen zu foltern (Ein großes Lob an alle Radiostationen und das gesammelte Musik-TV, die ebenjenes durch konsequentes Ignorieren der Delinquenten zu verhindern suchen!).

Es gibt aber durchaus lichte Momente – hier sei auf fünf verwiesen (Auf dem freien Markt sind weit mehr erhältlich, doch die Zahl der Finger an einer Hand ist zum einen gerade wegen ihrer anatomischen Bedeutung als auch mit Hinblick auf Rob Fleming und seine Jungs geeignet, um in aller Kürze einen Überblick zu solcherlei Fragestellungen zu geben.):

You say party we say die – night swimming

Ein feine Interpretation des R.E.M.-Klassikers von dem wunderbaren Automatic for the people (1992). Falsche Jahreszeit dafür? Nein, denn wenn jetzt Sommer wär, wär ich hinterher mir n Shirt anzuziehn und ab ans Meer und der Winter hier läge hinter mir

The Chromatics – running up that hill

Noch ruhiger als das Original von Kate Bush aus dem Jahr 1985 und mindestens genauso intensiv.

Nirvana – the man who sold the world

Was lässt sich dazu mehr sagen als: Grandios! Der arme David Bowie, dessen 1970er Originalversion dem Ganzen in nichts nachsteht, hatte nach Erscheinen Angst das Stück selbst zu spielen, befürchtete er doch, dass jüngeren Zuhörer ihm zu dem gelungenen Nirvana-Cover beglückwünschen würden.

No doubt – it’s my life

Kein Zweifel, ein fabelhafter Song – egal ob als 1984er Original von Talk Talk oder eben in der Ausgabe von 2003 – sag nichts! Neues Album und Tournee soll es in diesem Jahr von den Herrschern des Tragic Kingdom geben – sind wir mal gespannt.

Israel Kamakawiwo’ole – somewhere over the rainbow/wonderful world

Ein echtes Schwergewicht! Gleich zwei Lieder in einem gecovert! Im Zauberer von Oz aus dem Jahr 1939 fabulierte Judy Garland über das Land hinterm Regenbogen. Satchmo blickte 1967 auf das ziemlich offensichtliche Wunder der Welt – im Film Good Morning Vietnam nutzt Barry Levinson den Song als Kontrast für ziemlich brutale Bilder. Auch in anderen Filmen wie Meeting Joe Black wurde das Lied verwendet, was uns zurück zu Bruddah IZ bringt, dessen Medley ebenfalls zum O.S.T. von Joe Black gehört. Auch in Finding Forrester und 50 First Dates wurde die Version von Israel Kamakawiwo’ole als musikalische Untermalung genutzt – bei Joe Black und 50 Erste Dates wurde das Lied im Abspann gespielt – ein treffender Schlusspunkt also für heute…

mc

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