Wenn Können und Gelegenheit zusammenprallen

Sommer ’79: Punk ist tot. The Clash quicklebendig. Sie haben ihr Genre verloren, gehören keiner aktuellen Szene an. New Wave und der ganze andere Kram interessieren sie nicht die Bohne. Stattdessen streben sie nach den Quellen des Rebel Yell: Jamaika, Reggae, Rockabilly, die 50er und alles was sonst noch auf Krawall gebürstet ist. Am Ende einer wenige Wochen dauernden Aufnahmesession in den Wessex Studios steht nicht weniger als die epochale Doppelscheibe London Calling.

I don't think I created their image - I just added atmosphere and perhaps the setting to the image they already had

The Clash - London Calling by Pennie Smith

Wer nach dem wichtigsten Album der Rockgeschichte fahndet, kommt um dieses Opus nicht herum. Monumental und provokant in der Aufmachung als Doppelalbum, reißt das Werk die Ruinen der Punkbewegung ein. Daraus entsteht eine Platte, die fern jeder Leichenfledderei die Relikte des Punks mit Ska, Rockabilly, Jazz und Reggae zu einem famosen Aufschrei gegen das Establishment vereint.

In Reminiszenz an den King of Rock ziert das Prachtstück der Augenblick, in dem Bassist Paul Siminon am 21. September 1979 im New Yorker Paladium seinen Fender Precision Bass zertrümmert und die Typo der ersten Elvis LP. Dahinter steckt Programm, nicht weniger als ähnlich Revolutionäres wie Mr. Presley schwebte der Band mit London Calling vor. Der Schnappschuß stammt von Pennie Smith, einer Fotografin des NME, die zu diesem Zeitpunkt die Band bereits zwei Monate auf der Tour begleitete. Sie hatte eigentlich gar keine Lust mehr, die Gruppe auf Konzerten zu fotografieren. Nur weil sie sich während des Tripps mit der Truppe angefreundet hatte erschien sie überhaupt bei dem Gig. Auch knippste sie an diesem Abend nicht wie gewohnt von der Bühnenseite, auf der sich Mick Jones befand, sonder eben von jener, die Paul Siminon zu seinem Spielzimmer machte. Et voila, eines der größten Bilder der Rockgeschichte entsteht. So einfach ist Kunst manchmal. Mehr zur Geschichte von Album, Songs und Artwork breitet der musikexpress in einem zwölfseitigen Dossier des Dezemberhefts 2009 aus.

Der Rest ist eben nicht schweigen, sondern famose Musik. 19 Songs voller Dynamik und Genie, also reinhören:

The Clash – London Calling – Clampdown (9)

The Clash – London Calling – Train in vain (19)

The Clash – London Calling – Rudie can’t fail (5)

The Clash – London Calling – The guns of Brixton (10)

The Clash – London Calling – Lover’s rock (15)

The Clash – London Calling – Lost in the supermarket (8)

The Clash – London Calling – London Calling (1)

Nur ein kleiner, unvollständiger Einblick, genug aber um zu sehen, Punk ist alles andere als tot. Lang lebe The Clash!

When they kick out your front door
How you gonna come?
With your hands on your head
Or on the trigger of your gun?

mc

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Soundtrack

3 Antworten zu “Wenn Können und Gelegenheit zusammenprallen

  1. Weiter so!
    Da ist der Name auf jeden Fall Programm, beste Grüße an den einzig wahren MC!

    Und hier ein Kleinod zum Gedenken an Joe Strummer dem Sänger von the Clash

    • mc

      Vielen Dank für die Blumen. Wir tuen alle was wir können und wenn es gefällt, dann freut es umso mehr 🙂

      Höre die Scheibe grade im Dauerrepeat – großartige Songs!

      Schöner Link. Da kann ich nur zurück geben:

      mc

  2. Pingback: The Baseballs – Strike! « BlogRockingBeats

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